DAS BUCH

Schmuck Material Design Herstellung, von Felix Urs Stüssi, ist vergriffen. Über eine neue Auflage ist noch nicht entschieden.

 

Das Buch vermittelt auf gut verständliche Art und Weise Gestaltungsanregungen, fundierte professionelle handwerkliche Ratschläge und gibt Tipps zur Werkstatteinrichtung.

FELIX URS STÜSSI

Die Werkstatt von Max Bruggmann in CH- St. Gallen war ein idealer Ort um das ganze Spektrum des Gold-schmiedehandwerks zu lernen. Seinem Lehrabschluss mit Auszeichnung folgte ein erster Platz an der nationalen Ausscheidung zum internationalen Berufswettbewerb.

 

Er gewann danach die Goldmedaille am internationalen Berufswettbewerb.

 

Während eines Arbeitsaufenthaltes in Vancouver B.C. Kanada erweiterte Stüssi seine handwerklichen Fähigkeiten und beschloss, sich an der Fachhochschule für Gestaltung in Pforzheim verstärkt dem gestalterischen Aspekt zu widmen.

Aus der ersten Periode, die mit dem Abschluss als Diplomdesigner und seiner anschließenden Tätigkeit als Assistent des Fachbereichs Schmuck und Lehrbeauftragten an der FHG beginnt, stammen großformatige farbige Schmuckstücke aus Weißgold, Silber, Edelsteine und Plexiglas in fein abgestuften Farbtönen. Schon in diesen Arbeiten finden sich äußerst klare Formgebung mit symbolhafter Tiefenwirkung.

 

Die abgebildete Arbeit, eine Brosche aus Weißgold mit Plexiglas (im Besitz des Schmuckmuseums Pforzheim) ist ein gutes Beispiel für diese Schaffensperiode. Mit dieser Arbeit errang F. U. Stüssi die Goldmedaille am internationalen Schmuckwettbewerb in Jablonec CSSR.

Royal Crown Lesotho Afrika

Stüssis in Afrika entstandene Arbeiten lassen eine intensive Auseinandersetzung mit diesem Kontinent erkennen. Der traditionelle afrikanische Schmuck aus Naturmaterialien mit seiner ausdrucksstarken Symbolik kommt Stüssis expressiver Neigung sehr entgegen. Die Formen verlieren Ihre kühle Strenge und gewinnen einen zunehmend magischen Klang. Während dieser fast vier Jahre dauernder Tätigkeit im Auftrag der Schweizer Regierung als Leiter einer Schmuckwerkstatt in Lesotho ergaben sich auch andere Materialkombinationen: Silber, Eben - und Rosenholz sowie Elfenbein. Die früher glatten, oft polierten Oberflächen werden durch rauere Strukturen abgelöst.

Stüssi etablierte die erste anerkannte Lehrwerkstatt für Schmuckmacher Lesothos und gleichzeitig ein neues gestalterisches Image für den Schmuck aus dieser Werkstatt durch eine eigenständige Erweiterung afrikanische Traditionen. Die Konfrontation mit der europäischen Kultur wird nicht versteckt, sondern fruchtbar auf ein neues Image gehoben. Mit viel Enthusiasmus etablierte er - unter Berücksichtigung der besonderen sozialen und kulturellen Umstände eine selbsttragende Werkstätte mit beachtlicher, auch kommerzieller Resonanz auf das Contemporary african design made in Lesotho. Durch zahlreiche Reisen lernte Stüssi weitere faszinierende Regionen Afrikas kennen.

 

Armschmuck aus Silber mit Ebenholz und Elfenbein

The vanishing point of a western perspective

Um seine Afrikakeerfahrung zu vertiefen, studierte er im Anschluss an seinen Afrikaaufenthalt Ethnologie an den Universitäten Heidelberg und Freiburg. In diese Zeit fällt auch ein Feldforschungsprojekt bei den Pokot Nomaden in Nordkenia. In dieser Periode sind nur wenige Schmuckstücke entstanden. Die in Afrika gemachten Erfahrungen kontrastierten zur wieder-gefundenen europäischen Wirklichkeit und es ist offensichtlich,wie schwer es Stüssi fällt, nach einer erfüllten Zeit unter afrikanischer Sonne wieder in Europa Fuß zu fassen. Der Kulturschock löste einen Selbstfindungs- und Integrationsprozess aus.

 

Pokot Frau auf dem Weg zum Mark (Kenia)

Stüssi wird eingeladen, seine Erfahrungen in Afrika am königlichen Tropeninstitut Amsterdam und an einem Treffen der Ars Ornata Europeana in Barcelona in einem Vortrag zum Thema: the vanishing point of a western perspective darzustellen.

 

Er schreibt dazu: Die Erfahrungen in Afrika haben mich angeregt, die kreativen Fähigkeiten in einen erweiterten kulturellen Zusammenhang zu stellen. Für mich ist es wichtig, Schmuck zu machen, der sich nicht mit formalen Äußerlichkeiten begnügt. In meinen Arbeiten und in den Workshops die ich durchführe, achte ich kaum auf modische Strömungen. Vielmehr versuche ich, das eigene in jedem Menschen vorhandene kreative Potential zu aktivieren. Das Studium afrikanischer Kulturen und seinen handwerklichen und künstlerischen Meisterleistungen hat mir nicht nur geholfen neue Akzente zu setzen oder meine Ausdrucksfähigkeit zu erweitern. Ich wurde darauf aufmerksam , dass eine Form auch eine Seele haben kann. Die amerikanische Bezeichnung „attention getters“ kann man auf viele zeitgenössische Schmuckstücke aus unserem Kulturkreis übertragen, der immer neue Gags braucht und unter hektischem Originalitätszwang steht. Viele Ergebnisse wirken gewollt und etwas substanzlos.

 

In diesem Sinne hoffe ich ,dass sich Europäische Gestalter wieder mehr Begeistern lassen, dass es weiterhin Schmuck geben wird, der mit einer lebendigen spielerischen Vielfalt gestaltet, uns die Sprache verschlägt oder verzaubert.

 

Die künstlerische Umsetzung beginnt nach Stüssis Studienabschluss mit seiner Zulassung zur Promotion. Die Arbeiten werden weicher und organischer, ohne an Klarheit zu verlieren, Neue Materialien wie Seide werden Bestandteil seiner Arbeiten, die jetzt oft spielerische und humorvolle Akzente beinhalten.

 

Neue Arbeiten

Stüssi wird an die erste Biennale svizzera del gioiello in Lugano eingeladen. Im Ravensburger Verlag erscheint sein Buch: Schmuck Material, Design, Herstellung. Seine Sommer Schmuckworkshops im autofreien Schweizer Bergdorf Braunwald werden sehr bald von Teilnehmenden aus ganz Europa besucht. Am gleichen Ort finden internationale Schmucksymposien zu verschiedenen Themen statt. Aus Anlass des 10 jährigen Bestehens der Design Werkstatt findet ein Schmuckwettbewerb zum Thema: Der Kreislauf der Dinge mit 230 eingesandten Arbeiten statt. Die Verwendung von Fundstücken mit eigener Geschichte, mit Elementen oder Materialien die ein Vorleben in einem völlig anderen Kontext erkennen lassen, gehörte zu den Wettbewerbsaufgaben. Die von einer Jury ausgewählten besten 50 Arbeiten wurden ausgestellt und in einem Katalog und in der Fachpresse veröffentlicht.

Zu einem wichtigen Impulsgeber für das Verständnis und den Umgang mit Materialien und Formen wird Josef Beuys und der Schmuckmacher Bernhard Schobinger Um diese Impulse weiteren Schmuckmachern zugänglich zu machen wird Johannes Stüttgen, ein Meisterschüler von Beuys sowie Bernhard Schobinger mehrmals nach Braunwald zu Vorträgen und Seminaren eingeladen.

 

Die Arbeiten der letzten Jahre wurden in Zürich, Locarno und Freiburg ausgestellt. Es sind vorwiegend archaisch aussehende Objekte aus Kupfer mit etwas Gold oder selbstgeschliffenen Steinen. Immer noch ist das spielerische oder kinetische Element wichtig.

SYMPOSIUM 2012 IN KREMNICA SLOVAKIA

Many years ago i enjoyed the symposium in Kremnica fort the first time. From the first day i felt comfortable with the place, the old historic town, famous for the coin mint wich is operating since about 1000 years, the charming school for crafts and the hospitality of the people. Last but not least: Relaxing in warm thermal bath followed by excellent slovak beer. So i did not hesitate a second to accept the invitation to attend the symposium in July 2012. It was a pleasure, working for 10 days with collegues each one creating pieces of very individual jewelery. Except Karol Weisslechner i had not met the other participants before and i was curios to get to know Ornamentmakers mainly from the Czech and Slovak Republic. Since the times when Anton Cepka was the head of the jewelry departement at the academy in Bratislava i admire the high standard of contemporary designs. Karol continued with enthusiasm to explore the field of ornamentmaking in this country.

The opportunity to work in this different settíng was very inspiring to me. Since i worked many Years in Africa, this period had a great influence to my further life and ornamentmaking. I discovered the beauty and caracteristics of many other materials, i like the strong impact of symbolic colours and shapes, textures and raw surfaces. Traditional european style or commercial Jewelry made with precious metals/stones can appear steril or cold. I prefer to travel, visit ethnographic museums, wich is always a rich source of inspiration. Among the metals Copper, Iron and Gold are my favorites. I like to add found objects and ornamets or i have a great pleasure inventing kinetic movements to play with.

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