WORKSHOPS IN BRAUNWALD – SCHWEIZ

Braunwald ist eines der wenigen autofreien Bergdörfer, in 80 Minuten von Zürich mit dem Zug (im Auto bis Linthal) erreichbar. Der Ort liegt auf einer sonnigen Südterrasse (1200m),  mit einem spektakulären hochalpinen Panorama. In der unterrichtsfreien Zeit sind Wanderungen, Badeausflüge zu einem klaren See, Bergtouren, die Klettersteige am Eggstock, Gleitschirmfliegen und weitere Sommeraktivitäten wie z. B. Tennis möglich. Im Dorf gibt es Unterkunftsmöglichkeiten in verschiedenen Hotels oder Ferienwohnungen/Häuser, Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten, Post, Geldautomat etc.

Eishäuschen

 

Ursprünglich als Personalhaus des Grand Hotel Bellevue gebaut,wurde dieser „Holzwürfel“ 1988 ein Werkstatthaus für Schmuckmacher. Die große Werkstatt mit Zugang zur Terrasse verfügt über 12 Arbeitsplätze, die mit allen Grundwerkzeugen und den übliche Geräten ausgestattet sind. Ebenso viele Plätze finden sich im angrenzenden Zeichenraum. Das charmante Schmuckhaus ist einzigartig von seinem Äußeren und Inneren.

WORKSHOPS BRAUNWALD 2019

Die angegebenen Preise beinhalten nur die Kursgebühr. Für die meisten Workshops können Detailprogramme angefordert werden.

*Die Kurssprache ist englisch.

€ Angaben bei Kursschwankungen ohne Gewähr. Programmänderung vorbehalten

INHALTSBESCHREIBUNG

Teilnahmebedingungen

Die Spezialkurse werden von profilierten Gastdozenten, (meistens Fachlehrern von Schmuckschulen) geleitet. Die zu einer Teilnahme erforderlichen Vorkenntnisse sind vom Kurs abhängig. Im Zweifelsfall bitte bei der Design Werkstatt anfragen. Die für die diese Workshops benötigten Spezialwerkzeuge stehen in der Regel zur Verfügung.

 

 

07  Antiklastisches Schmieden      14. – 19. Juli

Bereits bei historischen Silberschmiedearbeiten gibt es antiklastisch geformte Details. Aber erst durch die Arbeiten von Michael Good hat sich diese Technik zu einer interessanten formbestimmenden Möglichkeit entfaltet. Antiklastisches Schmieden bietet Gestaltungsmöglichkeiten, die mit konventionellen Methoden nicht denkbar sind. Durch das Schmieden der Bleche auf wellenförmigen Eisen oder Hölzern wird das Auftiefen in 2 Richtungen möglich, wie es z. B. bei gewölbten Armreifen der Fall ist. Beim antiklastischen Schmieden sind 2 Werkzeuge maßgebend : Antiklastikriegel und Hammer. Der Antiklastikriegel ist ein wellenförmig konisch verlaufender Riegel aus  Eisen, Plastik oder Holz. Die Teilnehmenden üben diese Techniken in Kupfer oder Silber. Die Spezialwerkzeuge  können nach dem Workshop gekauft werden. Die Kurssprache ist Englisch.

Kursleitung: Ronda Coryell, Goldschmiedin. Sie war viele Jahre Dozentin an der Revere Academy in San Francisco, unterrichtet weltweit und ist als Verfasserin verschiedener Lehrmedien aktiv.

 

08  Silberschmieden      21. – 26. Juli

Es wird immer schwieriger, eine Gelegenheit zum Erlernen dieser  interessanten Technik zu finden. Die Realisierung von Silberschmiedearbeiten erfordert eine kompetente Anleitung und eine aufwändige Ausstattung mit entsprechenden Werkzeugen. In diesem Kurs können verschiedene klassische Silberschmiedetechniken erlernt und erprobt werden.

Kursleitung: Karl Geiger, Lehre zum Silber- und Goldschmied, Studium an der Fachschule in Schwäbisch Gmünd. Nach acht Jahren Mitarbeit bei der alteingesessenen Berner Silberschmiede Pochon leitete Karl Geiger bis zu seiner Pensionierung die Werkstatt der Firma Engel in Thun.

 

09  Traditionelle japanische Techniken     28. Juli – 03. August

Meister Kageyama wird mit den Teilnehmenden zu Beginn dieses Kurses 3 traditionell japanische Metall-Legierungen anfertigen. Die Rezepte wurden viele Jahrhunderte streng geheim gehalten und gelangten erst ab dem 17. Jahrhundert nach Europa. Shakudō „Rotkupfer“ ist eine traditionelle japanische Metalllegierung aus Kupfer mit 3 – 5% Gold.  Shiro Shibuichi  ist ein Sammelbegriff für silberhaltige Kupferlegierungen. Nami Shibuichi setzt sich aus ca. 70% Cu 29 % Ag und 1% Au und enthält verschiedene Grautöne Im zweiten Teil des Workshops wird die Flächentauschierung Nunomezogan gezeigt und geübt. Das zu bearbeitende Metallstück wird in Ziselierkitt befestigt, dann wird die Oberfläche des Grundmaterials mit einem scharfen Meißelchen aufgeraut, anschließend wird in diese aufgeraute Struktur eine dünne Metallfolie geschlagen und flachgehämmert. Linientauschierung und das Ziselieren von dünnem Eisenblech ist ebenfalls Bestandteil des Programms. Verschiedene Patinierverfahren mittels japanischer Rezepte wie z.B. Pflaumenschnaps werden vorgestellt und angewendet.

Kursleitung: Kimiaki Kageyama war Professor und Leiter des Metallbereichs am Hiko Mizuno Jewelry College in Tokio, Japan.

10 Fassen von Edelsteinen       04. – 09. August

Zu Übungszwecken werden verschiedene Fassungen mit Stein zur Verfügung gestellt. Die Teilnehmenden können eigene Steine und die dazu passende Fassungen oder Schmuckstücke mitbringen, die dann nur noch gefasst werden müssen. Im Kurs werden spezifische Anliegen der Kursteilnehmenden berücksichtigt. Teilnehmende mit geringen Vorkenntnissen beginnen mit Cabochon, Zargen- und Grifffassungen. Dazu gehört das Herrichten der Werkzeuge, justieren der Stichel und Einpassen der Steine mit dem Fräser, antreiben der Zargen mit dem Geissfuss, Punzen und elektrischem Fasserhandstück. Talentierte oder Fortgeschrittene  können auch das Einreiben oder Verschnitt- Kornfassungen ausprobieren. Die benötigten Werkzeuge werden von der Design Werkstatt zur Verfügung gestellt.  (siehe auch den Wochenendkurs am 18. / 19. Mai in Freiburg).

Kursleitung: Wolfgang Schütz. Fassermeister mit einer eigenen Werkstatt in Pforzheim.  Er unterrichtet Fassen u.a. auch an der Gewerbeakademie in Freiburg.

 

11  Edelsteinschleifen Free Form und Facettieren      11. – 16. August

In einer Einführung werden Edel- und Schmucksteine und die für das Schleifen wichtigen Eigenschaften vorgestellt. Anschliessend wird die Bearbeitung der Rohsteine der Umgang mit der Steinsäge und diverser Schleifmaschinen zum Facettieren, Cabochonschliff und auch zum Free Form schleifen geübt. Dabei dürfen Sie Ihrer Phantasie freien Lauf lassen. Sie können eigene Steine mitbringen oder Rohsteine zu günstigen Preisen am Ort auswählen und schleifen.

Kursleitung: Hubert Heldner von Free Form Artists aus CH- Montreux und Noreen Masaki vom Lapidary Training Centre LTC Dar-es-Salaam Tanzania.

 

12  Material und Ornament        18. – 23.  August

Sammeln, Bewerten, Reihen von unterschiedlichsten Materialien die wir für Schmuck als wertvoll erachten, wird der Schwerpunkt dieses Workshops sein. Im Ausschlussverfahren entscheiden wir was besteht, welches Material unseren ästhetischen Kriterien standhält. Spielerisch untersuchen wir was zu uns fand, uns als Sammelwert erschien, ganz gleich ob eine interessante Oberfläche, Farbe, Textur oder Struktur, metallisch, gläsern, farbig, künstlich, organisch oder dergleichen uns angesprochen hat. Was die Teilnehmenden mitbringen, hat einen (seinen) Wert. Warum ist Material „schön“, was macht den Reiz von Edelmetall aus, was bewegt uns, Elemente der Kunst in unsere Überlegungen einzubeziehen ? Ganz persönlich stellen wir eine Materialbibliothek nach unseren ästhetischen Kriterien zusammen. Die entstandenen (Material) Reihungen sind Ornamente und werden zu Halsschmuck. Wie wir die ausgewählten Formen/Materialien verbinden, entscheiden wir spontan, der jeweiligen Idee untergeordnet. Ob gekettet, geklebt, genietet, geschraubt, gelötet, oder mit klassischen Ösenverbindungen, das Material sagt uns, wie es verbunden werden möchte. Nebenbei lernen wir organisches aus der Natur für den verloren Formguss zu präparieren, was als Formenvorrat später im Metall materialisiert, als Schmuck weiterleben darf. (Gießen können wir diese manipulierten Objekte in Braunwald nicht, jedoch gebe ich gerne Informationen weiter, wie die Umsetzung geschehen, wo es gegossen werden kann.)

Kursleitung: Prof. Georg Dobler. Geboren in Bayreuth. Goldschmiedelehre und Meisterprüfung in Pforzheim und gemeinsame Ateliergründung in Berlin mit Winfried Krüger. Er hat bereits 1992 und 1995 einen Workshop in Braunwald geleitet.

Von 2002 bis 2018 Professur an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim. Dobler zählt zu den bekanntesten zeitgenössischen Schmuckkünstlern mit vielen Auszeichnungen und Arbeiten in zahlreichen Galerien, Museen und Sammlungen.

 

13   Email      25. – 30. August

Email ist die dauerhafte Verschmelzung der beiden Werkstoffe Metall und Glas. Seit mehr als zwei Jahrtausenden nutzen Gold – und Silberschmiede das Medium „Email“, um Farbigkeit in ihre Werke einzubringen. In seiner Tiefe und Qualität bleibt es bis heute unerreicht und kann durch keinen anderen Werkstoff ersetzt werden. Die Vielfalt der Farben und Techniken bieten dem kreativen Emailkünstler ein unerschöpfliches Feld an Anwendungsmöglichkeiten. Das experimentelle und kunsthandwerkliche Emaillieren soll im Mittelpunkt dieses Seminars stehen. Es kann sowohl auf und in der Fläche als auch in der Form gearbeitet werden. Schritt 1 besteht darin die Grundlagen des Emaillierens kennen zu lernen und darauf aufbauend zu experimentieren und die Versuche wiederholbar zu machen. Danach werden verschiedene Emailtechniken, wie Zellenemailtechnik, Grubenemailtechnik, Emailmalereitechnik und Industrieemailtechnik vermittelt.

Kursleitung: Mandy Rasch hat eine Goldschmiedeausbildung, ein abgeschlossenes Designstudium und eine eigene Werkstatt Sie unterrichtet u. a. als freie Dozentin an der Handwerkskammer Erfurt, beteiligt sich an vielen Ausstellungen und an der Organisation des Erfurter Schmucksymposiums.

 

14   Hohlformen & Faltungen      01. – 06. September

In diesem Kurs werden mit einfachen Werkzeugen traditionelle und neue Verfahren ausprobiert, um Schmuck hohl anzufertigen. Techniken wie  Drücken, Pressen, Tiefziehen, Schmieden, und spezielle Wachstechniken werden vorgestellt und angewandt. Am Beispiel von hohlen Armreifen wird gezeigt, wie man Einzelstücke oder Kleinserien herstellen kann. Die hohen Edelmetallpreise machen diese Herstellungsart sehr attraktiv. Wir sind uns kaum bewusst, wie oft wir selbst mit Knicken und Falten, mit der Technik und Ihren Ergebnissen zu tun haben. Metall zu falten erschliesst einen überraschend vielseitigen Umgang mit den natürlichen Eigenschaften von Metall und ermöglicht neue Dimensionen in der Schmuck- und  Oberflächengestaltung. Meistens werden nur wenige Werkzeuge benötigt:  Bretteisen, Hammer, Schraubstock, Zangen und ein Lötgerät. Um bestimmte Strukturen zu erzeugen werden entsprechende Hämmer eingesetzt. Charles Lewton-Brain  unterscheidet in seinem Buch Foldforming* Linienfaltung, Kreuzfaltung, T- Faltung, Walzfaltung, Sternfaltung, Schlangenfaltung und weitere Faltungsformen.

Kursleitung: Georg Schulte Goldschmiedeausbildung, 1996 - 2002 Gesellentätigkeit. 2005 Meisterprüfung, selbstständig mit eigenem Atelier. Seit 2004 Dozent für Mokume Gane und Leiter der Goldschmiedewerkstatt Oeding.

 

 

Miete eines Werkplatzes

In einer separaten kleinen Werkstatt können in der Zeit vom 15. Juli bis 06. September 2019 eingerichtete Werkplätze ohne Betreuung wochenweise für CHF 150,- gemietet werden. Vier Plätze können von selbständig arbeitenden Interessenten im Anschluss an einen Kurs zur Verlängerung des Aufenthaltes in Braunwald oder von Gruppen nach Anfrage zum Spezialtarif gemietet werden.

 

Material

Eine umfangreiche Materialpalette wie Edel- und Buntmetalle, Edelsteine, Acrylglas, Hölzer, Leder, Federn und vieles mehr steht den Teilnehmern zur Umsetzung auch ausgefallener Schmuckstücke zur Verfügung. Die Abrechnung erfolgt individuell, je nach Verbrauch. In der gut ausgestatteten Fachbibliothek finden sich Informationen aus allen Bereichen des Schmuckschaffens.

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