WORKSHOPS IN BRAUNWALD – SCHWEIZ

Braunwald ist eines der wenigen autofreien Bergdörfer, in 80 Minuten von Zürich mit dem Zug (im Auto bis Linthal) erreichbar. In der unterrichts-freien Zeit sind Wanderungen, Badeausflüge zu einem klaren See am Fuße einer wilden Berg- und Gletscherkulisse, Bergtouren, Gleitschirmfliegen und weitere Sommeraktivitäten wie z. B. Tennis möglich. Im Dorf gibt es Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten, Post, Geldautomat etc. Der Ort liegt auf einer sonnigen Südterrasse (1200m),  mit einem spektakulären hochalpinen Panorama.

Eishäuschen

 

Ursprünglich als Personalhaus des Grand Hotel Bellevue gebaut,wurde dieser „Holzwürfel“ 1988 ein Werkstatthaus für Schmuckmacher. Die große Werkstatt mit Zugang zur Terrasse verfügt über 12 Arbeitsplätze, die mit allen Grundwerkzeugen und den übliche Geräten ausgestattet sind. Ebenso viele Plätze finden sich im angrenzenden Zeichenraum. Das charmante Schmuckhaus ist einzigartig von seinem Äußeren und Inneren.

WORKSHOPS BRAUNWALD 2018

Die angegebenen Preise beinhalten nur die Kursgebühr. Für die meisten Workshops können Detailprogramme angefordert werden.

*Die Kurssprache ist englisch.

€ Angaben bei Kursschwankungen ohne Gewähr. Programmänderung vorbehalten

INHALTSBESCHREIBUNG

Grundlagen

Workshops für Einsteiger und Teilnehmende mit Vorkenntnissen. Handwerkliches Geschick kann sich gleichzeitig mit der Entfaltung des kreativen Potentials entwickeln. Wir lernen die Kraft intuitiven Gestaltens, die Wirkung und Bedeutung bestimmter Materialien, Formen und Farben kennen. Eine ganzheitliche Betrachtungsweise unterstützt uns, materialgerecht eigene Ideen zu realisieren Durch eine individuelle Betreuung können Einsteiger die Grundtechniken kennenlernen, Fortgeschrittene erweitern das bereits vorhandenen Niveau und lernen Neues dazu.

 

Fortgeschrittene und Profis

Die Spezialkurse werden von profilierten Gastdozenten, (meistens Fachlehrern von Schmuckschulen) geleitet. Die zu einer Teilnahme erforderlichen Vorkenntnisse sind vom Kurs abhängig. Im Zweifelsfall bitte bei der Design Werkstatt anfragen. Die für die diese Workshops benötigten Spezialwerkzeuge stehen in der Regel zur Verfügung.

 

 

08  Silberschmieden      15. – 20. Juli

Es wird immer schwieriger, eine Gelegenheit zum Erlernen dieser  interessanten Technik zu finden. Die Realisierung von Silberschmiedearbeiten erfordert eine kompetente Anleitung und eine aufwändige Ausstattung mit entsprechenden Werkzeugen. In diesem Kurs können verschiedene klassische Silberschmiedetechniken erlernt und erprobt werden.

Kursleitung: Karl Geiger, Lehre zum Silber- und Goldschmied, Studium an der Fachschule in Schwäbisch Gmünd. Nach acht Jahren Mitarbeit bei der alteingesessenen Berner Silberschmiede Pochon leitete Karl Geiger bis zu seiner Pensionierung die Werkstatt der Firma Engel in Thun.

 

 

09 Gießtechniken      22. – 27. Juli

Gießen ist eine interessante Technik für die Schmuckherstellung, da sie handwerklich keine großen Anforderungen stellt und zudem die vielfältigsten Formen und Ideen zulässt. Gießen soll nicht primär das Ziel haben, Schmuck im herkömmlichen, montierten Stil herzustellen. Formen und Strukturen, die mit den klassischen Goldschmiedewerkzeugen nicht machbar sind, geben der Gießtechnik die besondere Note. In diesem  Workshop werden verschiedene Gusstechniken wie das Wachsausschmelzverfahren, der Sandguss und der Ossa-Sepiaguss vorgestellt und geübt. Beim Ersten, auch Cire perdu genannt, werden kleinere Modelle, Schmuckobjekte oder Kleinplastiken aus Wachs modelliert, in eine Gipsmasse eingebettet. Nach dem Trocknen wird das Wachs ausgeschmolzen und verflüssigtes Silber mit der Hand- oder Tischschleuder in die Form gegossen. Beim Sandguss wird die zu gießende Form in einem ölhaltigen Sand abgeformt, der Gegenstand entfernt und der verbleibende Hohlraum mit flüssigem Metall ausgegossen. Beim Ossa-Sepiaguss wird ein Tintenfischknochen der Länge nach durchgeschnitten. In die innere weiche Kalkschicht lässt sich eine Wachsform drücken oder eine Form schneiden, so dass man eine Negativform erhält, die dann mit Metall ausgegossen werden kann.

Kursleitung: Annina Rodigari. Goldschmiedin. Gestalterischer Vorkurs und Studium an der Fachklasse für Produktgestaltung an der HfG Zürich. Eigenes Atelier für Gestaltung und Webdesign. 

 

 

10 Traditionelle japanische Techniken      29. Juli – 04. August

Professor Kageyama wird mit den Teilnehmenden traditionelle japanische Metall-Legierungen anfertigen: Shakudo, Shiro Shibuichi und Nami Shibuichi. Mit diesen Basismetallen werden im zweiten Teil des Workshops die Flächentauschierung „Nunomezogan“ gezeigt und geübt. Das zu bearbeitende Metallstück wird mit einem scharfen Meisselchen aufgeraut, anschließend wird in diese aufgeraute Struktur eine dünne Metallfolie geschlagen und flachgehämmert. Abschließend werden verschiedene Patinierverfahren mittels japanischer Rezepte vorgestellt und angewendet.

Kursleitung: Kimiaki Kageyama. Professor und Leiter des Metallbereichs am Hiko Mizuno Jewelry College in Tokio Japan.

 

 

11  Idee und  Form      05. – 10. August

Wo kommen eigentlich meine Ideen her? Immer wieder kommt die Frage. Das “woher” ist höchstwahrscheinlich nicht so wichtig, wichtig ist es aber, dass wenn eine Idee da ist -sei es auch nur eine Intuition, eine Ahnung, ein verschwommenes Bild, eine Erinnerung- dass wir sie packen, nicht weggehen- und verblassen lassen.  Die Konzentration auf diese Bilder erlaubt es, daraus eigene Ideen zu entwickeln. In diesem Workshop beschäftigen wir uns damit, Ideen wachsen zu lassen und Formen zu entwickeln, um Schmuckstücke zu erarbeiten, in denen diese Prozesse sichtbar sind.

Kursleitung: Esther Brinkmann. Im Bereich der Schmuckgestaltung gehört Sie zur Avantgarde. «Schmuck kann Ausdruck unserer Sicht der Welt sein - der heutigen Welt und vielleicht auch der zukünftigen», sagt Esther Brinkmann. Dabei setzt sie verschiedenste Materialien ein, überrascht mit auffälligen Formen. Unter ihrer Leitung avancierte die Hochschule für Gestaltung in Genf zu einer der wichtigsten Ausbildungsstätten für Schmuckgestaltung in Europa.

 

 

 

12  Argentium und Keum Boo        12. – 17.  August

Argentium ist eine neue patentierte Sterling Silber Legierung mit dem Halbmetall Germanium.

Argentium hat folgende Vorteile gegenüber traditionellen Silberlegierungen: Metallteile aus Argentium können ohne Lot verschweißt werden, keine Sudflecken (das zeitaufwendige Wegschleifen der Sud-flecken entfällt, ebenso die nachträgliche galvanische Feinsilberbeschich  tung), hohe Anlaufbeständigkeit, erhöhte Zähigkeit, erhöhter thermischer und elektrischer Widerstand und Vorteile für die Umwelt. In den USA hat Ronda Coryell schon viele Argentium Kurse geleitet, da dieses Metall dort und in England eine beachtliche Resonanz gefunden hat.   Auf 4 DVDs hat sie die Möglichkeiten und Arbeitsmethoden überzeugend dargestellt. Die Teilnehmenden lernen an verschiedenen selbst gestalteten Schmuckstücken das Verschweißen und Verarbeiten der Teile ohne Lot. Argentium kann in verschiedenen Abmessungen im Kurs bezogen werden und ist nur unwesentlich teurer wie normales Sterlingsilber. Keum Boo  Ein 0,2 mm dünnes Feingoldblech lässt sich ohne Lot auch grossflächig mit Feinsllber oder Argentium verbinden. Diese faszinierende, aus Asien stammende Technik funktioniert mit Hilfe einer Herdplatte schon bei ca. 400 Grad C. durch eine intensive  molekulare Verbindung  der beiden Metalle.  Nach dem Auftragen der Feingoldauflagen können die Teile  zu einem Schmuckstück weiterverarbeitet werden.

Kursleitung: Ronda Coryell aus Albuquerque USA. Sie hat im Fach Kunstunterricht graduiert, ist Goldschmiedin und Schmuckgestalterin und war lange Dozentin an der Revere Academy of Jewelry Arts in San Francisco. Sie hat für Ihre Arbeiten zahlreiche Auszeichnungen in den USA erhalten.

 

 

13  Antiklastisches Schmieden      19. – 24. August

Bereits bei historischen Silberschmiedearbeiten gibt es antiklastisch geformte Details. Aber erst durch die Arbeiten von Michael Good hat sich diese Technik zu einer interessanten formbestimmenden Möglichkeit entfaltet. Antiklastisches Schmieden bietet Gestaltungsmöglichkeiten, die mit konventionellen Methoden nicht denkbar sind. Durch das Schmieden der Bleche auf wellenförmigen Eisen oder Hölzern wird das Auftiefen in 2 Richtungen möglich, wie es z. B. bei gewölbten Armreifen der Fall ist. Beim antiklastischen Schmieden sind 2 Werkzeuge maßgebend : Antiklastikriegel und Hammer. Der Antiklastikriegel ist ein wellenförmig konisch verlaufender Riegel aus  Eisen, Plastik oder Holz. Die Teilnehmenden üben diese Techniken in Kupfer oder Silber. Die Spezialwerkzeuge  können nach dem Workshop gekauft werden. Die Kurssprache ist Englisch.

Kursleitung: Ronda Coryell, Goldschmiedin. Sie war viele Jahre Dozentin an der Revere Academy in San Francisco, unterrichtet weltweit und ist als Verfasserin verschiedener Lehrmedien aktiv.

 

 

 

14  Fassen von Edelsteinen      26. – 31. August

Zu Übungszwecken werden verschiedene Fassungen mit Stein zur Verfügung gestellt. Die Teilnehmenden können eigene Steine und die dazu passende Fassungen oder Schmuckstücke mitbringen, die dann nur noch gefasst werden müssen. Im Kurs werden spezifische Anliegen der Kursteilnehmenden berücksichtigt. Teilnehmende mit geringen Vorkenntnissen beginnen mit Cabochon, Zargen- und Grifffassungen. Dazu gehört das Herrichten der Werkzeuge, justieren der Stichel und Einpassen der Steine mit dem Fräser, antreiben der Zargen mit dem Geissfuss, Punzen und elektrischem Fasserhandstück. Talentierte oder Fortgeschrittene  können auch das Einreiben oder Verschnitt- Kornfassungen ausprobieren. Die benötigten Werkzeuge werden von der Design Werkstatt zur Verfügung gestellt. Teilnehmende, die schon eigene Fasswerkzeuge besitzen, dürfen diese gerne mitnehmen und im Kurs einsetzen.  (Ein Wochenendkurs findet am 21. / 22. April in Freiburg statt)

Kursleitung:  Wolfgang Schütz. Fassermeister mit einer eigenen Werkstatt in Pforzheim.

Er unterrichtet Fassen u.a. auch an der Gewerbeakademie in Freiburg.

 

 

 

15  Mokume-Gane      02. – 07. September

Der japanische Begriff Mokume Gane bedeutet wörtlich „Holzmaserung in Metall“, was den optischen Effekt dieser alten japanischen Technik treffend beschreibt. Dabei werden dünne Bleche aus Kupfer, Silber, Palladium oder Gold in mehreren Schichten übereinander verschweißt. In dem so entstandenen Barren werden durch teilweises Abtragen der Oberfläche Strukturen (Muster) eingearbeitet. Aus dem Barren wird ein gleichmäßig starkes Blech, welches an der Oberfläche Muster aus unterschiedlichen Metallen nebeneinander aufweist. In diesem Workshop wird gezeigt, wie man Bleche und Ringe in der Mokume Gane Technik anfertigt. Die Herstellung des Barrens erfolgt nach einem vereinfachten Verfahren mit einem Brenner anstelle eines speziellen Ofens. So kann jeder Teilnehmer nach dem Kurs mit geringem Aufwand Mokume Gane Schmuckstücke herstellen.

Kursleitung: Georg Schulte, Goldschmied. Seit 2004 Dozent für Mokume Gane an verschiedenen Institutionen und Leiter der Goldschmiedewerkstatt Oeding in Münster.

 

 

Miete eines Werkplatzes

In einer separaten kleinen Werkstatt können in der Zeit vom 16. Juli bis 07. September 2018 eingerichtete Werkplätze ohne Betreuung wochenweise für CHF 150,- gemietet werden. Vier Plätze können von selbständig arbeitenden Interessenten im Anschluss an einen Kurs zur Verlängerung des Aufenthaltes in Braunwald oder von Gruppen nach Anfrage zum Spezialtarif gemietet werden.

 

Material

Eine umfangreiche Materialpalette wie Edel- und Buntmetalle, Edelsteine, Acrylglas, Hölzer, Leder, Federn und vieles mehr steht den Teilnehmern zur Umsetzung auch ausgefallener Schmuckstücke zur Verfügung. Die Abrechnung erfolgt individuell, je nach Verbrauch. In der gut ausgestatteten Fachbibliothek finden sich Informationen aus allen Bereichen des Schmuckschaffens.

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